Der Hintergrund für die Feier des Reformationsjubiläums

Reformation bedeutet wieder herstellen. In den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts gab es in der katholischen Kirche viele, die Mängel im Wirken der existierenden Kirche kritisierten. Einige von ihnen gingen so weit in ihren Forderungen nach einer Reformation, dass es zu einem Bruch mit der Papstkirche kam, und hier war Martin Luther die erste führende Gestalt. Er vertrat die Auffassung, dass jeder einzelne Christ in einem direkten Verhältnis zu Gott stehe. Es bedurfte keiner großen Kirchenorganisation zur Vermittlung der göttlichen Gnade, und es war ein Fehler zu glauben, dass sich der Mensch selbst sein Heil durch gute Werke verdienen könne. Den Zugang zu Gott erhielt der Mensch durch das Wort der Bibel, und deshalbsollte die Bibel für alle durch Übersetzungen in die Muttersprache zugänglich sein.

Die katholische Kirche war eine Art parallele Macht in der Gesellschaft gewesen, eine internationale Organisation mit eigenen Rechtsregeln und mit vielen sozialen und ethischen Verpflichtungen. Die Reformation beseitigte die Kirche als selbständigen sozialen und weltlichen Machtfaktor. Stattdessen entstanden lutherische Fürstgenkirchen, wo der König und seine Administration die Verantwortung dafür hatte, das religiöse Leben der Untertanen zu fördern und den Rahmen für ihr moralisches Verhalten zu bestimmen. Aufgaben wir Altenpflege und Armenfürsorge, die zuvor von der Kirche wahrgenommen wurden, lagen nun in der Verantwortung der weltlichen Gesellschaft. Die einzelnen Bürger sollten sich nicht aus der Welt absondern, um Gott zu dienen, sondern sie hatten die Pflicht, der Berufung zu folgen, die sich aus ihrem Rang und Stand in der Gesellschaft ergab.

Die Reformation leitete eine fast 500-jährige Entwicklung mein, in die Dänemark schon frühzeitig einbezogen wurde. Die Konsequenzen für die dänische Gesellschaft sowohl in theologischer wie gesellschaftlicher Hinsicht sind vielfältig und lassen sich nur in einem internationalen Kontext verstehen. Das ist ein wichtiges Gebiet, in dem es viel zu untersuchen, zu analysieren, zu problematisieren, zu diskutieren und zu vermitteln gibt.

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