Luther und die reformatorischen Ideen: Disziplin und Demokratie

Die Reformation ist voll von Paradoxen. Auf der einen Seite enthält sie Gedanken über die Unterschiede zwischen Menschen und notwendige Disziplin. Auf der anderen Seite enthält sie Vorstellungen über Gleichheit und Freiheit, die den Hintergrund für Demokratie darstellen können.

Luther war der Auffassung, dass Disziplin notwendig sei für die Oberen wie die Unteren. Jeder Mensch muss wissen, wie er vermeidet, das Falsche zu tun. Alle Menschen sind, nach Luther, im Grunde Egoisten, die lieber an eigenen Nutzen denken als an ihren Nächsten und Gott. Deshalb meinte er, dass Disziplin die Voraussetzung jeder Gemeinschaft sei.

Für das gute gesellschaftliche Leben ist es erforderlich, dass alle sich in Beziehungen befinden, wo sie entweder befehlen oder gehorchen. Das war eine Auffassung, die gut übereinstimmte mit dem Leben in einer feudalen Gesellschaft. Luther meinte auch, dass alle die Grundgedanken des Christentums kennen sollen. Es wurde zu einer Voraussetzung für das Eintreten in das Arbeitsleben, dass man eine grundlegende Kenntnis vom Christentum hatte und seine Pflichten kannte. Mit der Einführung der Konfirmation 1736 wurde diese Kenntnis – und der Übergang i das Erwachsenenalter – systematisch kontrolliert.

Nach Luther sind alle Menschen gleich vor Gott. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen Oben und Unten, Mann und Frau. Und der Gedanke, dass jeder sich den Hauptinhalt des Christentums aneignen sollte, trägt auf längere Sicht zur Mündigkeit gewöhnlicher Menschen bei. Hier erhält der Gedanke des „allgemeinen Priestertums“ große Bedeutung, d.h. die Idee, dass in der Kirche kein prinzipieller Unterschied zwischen Laien und Priestern besteht.

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