Luther und die reformatorischen Ideen: Schule und Bildung

Luther war der Auffassung, dass etwas mit dem Menschen geschieht, wenn er an die gute Botschaft von der Vergebung der Sünden und dem Heil in Christus glaubt. Die Person wird „umgebildet“, weil der Egoismus überwunden wird und die Liebe zu Gott und dem Mitmenschen zunimmt.

Das bedeutet nicht, dass Luther meinte, dass mit einem Male eine Veränderung der menschlichen Natur eintritt. Er stellte sich vielmehr vor, dass die notwendige Bildung des Christenmenschen ein steter Prozess war. Deshalb war es erforderlich, dass der einzelne den Inhalt des Evangeliums immer wieder hörte und sich aneignete. Es war natürlich die Aufgabe der Kirche, dafür zu sorgen, dass alle dem Wort Gottes begegneten. Die Verkündigung der Pfarrer sollte durch täglichen Katechismusunterricht zu Hause und in der Schule unterstützt werden. Das Ideal für den Unterricht im Christentum für alle war eine direkte Folge von Luthers Gedanken, dass der Mensch aus Glauben und nicht durch Werke erlöst wird. Das war die Grundlage für eine große pädagogische Arbeit, die eine sehr wesentliche Seite der Reformation war.

Luther verfasste selbst den Großen und den Kleinen Katechismus. Vor allem letzterer erhielt enorme Verbreitung als Inbegriff der „christlichen Kinderlehre“. Darüber hinaus war es vor allem sein enger Freund und Mitarbeiter Philipp Melanchthon, der das pädagogische Material erarbeitete, das für den Unterricht in Schulen und an Universitäten verwandt wurde. Melanchthon wurde mit der Zeit dann sogar Praeceptor Germaniae genannt, der „Lehrmeister Deutschlands“.

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