Luther und die reformatorischen Ideen: Mann und Frau und ihre Rollen in Kirche und Gesellschaft

Die Reformation erhielt Bedeutung für das Verständnis des Verhältnissen von Mann und Frau und ihrer Rolle in Kirche und Gesellschaft. Wenn Luther den Schöpfungsbericht las, sah er die Erschaffung von Adam und Eva als weise Einrichtung Gottes, die menschlicher Einsamkeit vorbeugen sollte. Und er hielt daran fest, dass Adam und Eva gegenüber Gott gleich waren und gleich schuldig im Sündenfall. Gleichzeitig betonte Luther, dass der Mann das erste und am meisten verständige Geschöpf war. Er war der Auffassung, dass der Mann dazu bestimmt war, in den Lebensverhältnissen die Führung zu übernehmen, wären die Frau dazu geschaffen war, sich einzuordnen. Die Frau hat auch eine selbständige Verantwortung, die sich aber in erster Linie auf die Kinder und den Haushalt bezieht. Die lutherische Auffassung beinhaltete sowohl eine prinzipielle Gleichstellung als auch eine praktische Über- und Unterordnung.

Luther entwickelte die sogenannte „Dreiständelehre“, die die Gesellschaft in Kirche, Familie und Staat einteilte. Nach der Dreiständelehre sollten alle gesellschaftlichen Einrichtungen den patriarchalischen Hausstand als Ideal haben, d.h. eine Struktur, wo der Vater zugleich Autorität zeigen sollte und der umsorgende Beschützer zu sein hatte. Das Bild ist jedoch mehrdeutig. Melanchthon führte z.B. theologische Gespräche mit hochbegabten Frauen. Und trotz seiner patriarchalischen Auffassung von der Familie betonte Luther z.B., dass ein Hausvater ein christliches Werk tue, wenn er die schmutzigen Windeln der Kinder wäscht. Und er nannte, lobend gemeint, seine eigene Frau Hr. Käthe, in Anerkennung der Rolle, die sie als Hausherrin des außerordentlich großen Haustandes ausfüllte.

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