Luther und die reformatorischen Ideen: Pfarrer und Gemeinde

Die Priester der katholischen Kirche waren eigens geweiht und ein unverzichtbares Bindeglied zwischen Gott und Menschen. Nun betonte Luther das direkte Verhältnis zwischen Gott und Menschen. Er befürwortete das „allgemeine Priestertum“, d.h. dass alle Christen prinzipiell selbst das Wort Gottes auslegen und Priester für ihren Nächsten sein können. Luther sagte u.a., dass „alle die aus der Taufe gekrochen sind, Priester, Bischof und Papst sind“. Prinzipiell bestand deshalb kein Unterschied zwischen Priestern und Laien.

Zugleich meinte Luther, dass es notwendig sei, dass jemand predigt, und am praktischsten, dass es eine Person ist, die das Priesteramt für die anderen übernahm. Für Luther war es wichtig, dass sich niemand nur aus eigener Initiative vordrängte. Jemand musste „berufen“. In Luthers Verständnis ist es die Gemeinde, die einen Pfarrer beruft. Die Gemeinde soll das Evangelium hören, und ideell gesehen beruft die Gemeinde jemanden, den sie am besten geeignet findet, es zu verkündigen. Pfarrer und Gemeinde gehören in dieser Weise eng zusammen. Auch heute sind Pfarrer in der Volkskirche immer Pfarrer für eine bestimmte Gemeinde.

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