Luther und die reformatorischen Ideen: Der Staat und die Kirchen

Luthers Verständnis des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche war komplex. Einerseits unterschied er scharf zwischen dem Geistlichen und Weltlichen, andererseits meinte er, dass ein enger Zusammenhang zwischen Religion und Politik besteht. Für Luther war geistliche Gerechtigkeit etwas ganz anderes als weltliche, juristische Gerechtigkeit: Geistliche Gerechtigkeit wird einem nach Luther von Gott geschenkt. Weltliche Gerechtigkeit hängt davon ab, was man tut. Luther sah es so, dass Gott die Welt auf zwei Weisen regiert: Erstens geistlich durch sein Wort, das sich an den Menschen sowohl als Gesetz richtet und den Sünder verdammt, und als Evangelium, das dem Sünder vergibt. Zweitens regiert Gott weltlich mit Hilfe des Fürsten und der Gesetze des Landes. In dieser Weise unterschied Luther zwischen dem Geistlichen (der Religion) und dem Weltlichen (der Politik) in der sogenannten „Zwei-Reiche-Lehre“.

Luther Begriff die Welt jedoch auch von seiner Lehre über die drei Stände, der sogenannten „Drei-Stände-Lehre“. Die drei Stände sind Kirche, Familie und Staat. Alle drei Stände sich gleichgeordnet und tragen zu einem guten Gemeinwesen bei. Sie sind damit gleich wichtig. Die Kombination der Zwei-Regimente-Lehre, die in erster Linie zwischen Religion und Politik unterscheidet, und der Drei-Stände-Lehre, die den Zusammenhang zwischen den drei Ständen betont, trägt in hohem Maße dazu bei, dem Luthertum eine Dynamik zu verleihen.

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