Die Reformation und die dänische Gesellschaft: Gut und Böse

Der Gegensatz zwischen Gut und Böse liegt vielen moralischen Denksystemen zugrunde, auch dem christlichen Denken. Mit der Reformation wurde der Gegensatz zwischen Gut und Böse, Gott und Teufel in mehrerer Hinsicht verschärft. Der Mensch befand sich auf einem Kampfplatz zwischen Gott und Teufel.

Beim Sündenfall hatte der Teufel Adam und Eva versucht, das Gebot Gottes zu übertreten, und diese Erbsünde war an alle Menschen weitergegeben worden. Sie konnten das Gute nur erreichen, indem sie an Gott glaubten. In der dänischen Gesellschaft des 16. und 17. Jahrhunderts lauerte der Teufel ständig überall und war immer bereit, die Menschen in Versuchung zu führen. Deshalb war es wichtig, dass die Kinder in der Taufe Gott übergeben wurden in seine sicheren Arme. Aber auch das war keine endgültige Rettung. Es gab weiterhin gute Gründe, auf der Hut zu sein.

Der Teufel konnte Leute dazu versuchen, Hexen zu werden. Er war es auch, der hinter den Naturwesen stand, die den Menschen Hilfe anboten, z.B. dem Erlkönig und seinen Leuten. Wer aus einem guten Herzen eine kranke Kuh mit Hilfe weißer Magie retten wollte – z.B. mit einigen Worten aus einem Gebet oder einer Oblate vom Abendmahl – war auch Opfer von einem Spiel des Teufels. Die Leute der Kirche gingen davon aus, das, dass es Magie und übernatürliche Macht außerhalb der Kirche gibt und dass sie wirksam war. Und sie verdammten sie als böse und teuflisch. Aber nicht alles Böse kam vom Teufel. Unglückliche Ereignisse, wenn z.B. ein Kind starb, konnten auch eine göttliche Prüfung sein, damit der Betroffene seine Glauben beweisen konnte. Die Wege Gottes waren unergründlich, wie man sagte.

Im Laufe der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert gab es eine ständig wachsende Skepsis gegenüber dem Teufel als Erklärung. Stattdessen meinten immer mehr Menschen, dass die Erzählungen von Hexen und Naturmenschen einer verwirrten und unruhigen Seele bei den Angegriffenen zu verdanken waren, und dass dies mit Gesprächen beim Pfarrer behandelt werden könne. Entsprechend wurde Gott weniger als strafender Richter angesehen, der direkt in das Leben des einzelnen Menschen eingriff – und dasselbe galt für die Gegenwart des Teufels, denn ohne ihn musste das Böse von Gott kommen.

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