Luther und die reformatorischen Ideen: Bilder und Kunst in der Zeit

Die Reformation veränderte den Gebrauch religiöser Bilder. Infolge Luther sollen Bilder in einer Weise gebraucht werden, die nicht zu Bilderverehrung führte, die seiner Meinung nach in der Papstkirche stattfand. Hier spielten Bilder der Jungfrau Maria und der Heiligen eine große Rolle. Im Spätmittelalter war man der Meinung, dass Maria und die Heiligen  Fürbitte leisteten für die, die sie anbeteten, und die Verehrung von Heiligenbildern an besonderen Nebenaltären hatte deshalb große Bedeutung für das Gottesverhältnis des Einzelnen. In der lutherischen Kirche wurden die Bilder mit allen anderen Dingen in der Kirche wie Musik, Inventar, Skulpturen und Architektur gleichgestellt. Ihre Funktion war nun allein die, Christus als Wort Gottes zu visualisieren und zu vermitteln. Luther war also nicht gegen Bilder als solche, aber er war gegen das, was er für einen falschen Gebrauch der Bilder hielt. Die Bilder hatten keine notwendige Bedeutung für die Etablierung eines Verhältnisses zwischen Gott und Mensch, aber sie trugen dazu bei, den Kern des Christentums zu Illustrieren und zu zeigen. Es wurden neue Motive entwickelt, die die theologischen Pointen des neuen Glaubens darstellten, aber viele der Bilder der alten Kirchen konnte man sehr wohl verwenden. Wo es nötig war, deutete man die Motive neu, so dass sie mit der neuen Theologie übereinstimmten.

Luther stand dem Gebrauch von Bildern viel positiver gegenüber als die reformierten Theologen Zwingli und Calvin, die beide im Gegensatz zu Luther das Bilderverbot in den Zehn Geboten behielten und meinten, dass Visualisierungen des Göttlichen niemals die wirkliche Größe Gottes einfangen könnten. Sie akzeptierten dagegen Bilder mit Motiven aus der biblischen Geschichte, meinten aber, es sei zu gefährlich, sie in der Kirche oder in anderen religiösen Zusammenhängen zu verwenden. Sie fürchteten, dass die Leute anfangen könnten, sie anzubeten. Bilder mit religiösen Bildern durften nur in weltlichen Umgebungen hängen. In einer reformierten Kirche befinden sich deshalb keine Bilder an der Wand oder am Altar. 

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