Luther und die reformatorischen Ideen: Moral und Wohlfahrt

Die Sicht der Reformationen auf Moral beruhte auf einer scharfen Unterscheidung zwischen dem inneren Ich des einzelnen und den äußeren Handlungen. Im Inneren sollte der Mensch gegen seinen eigenen Egoismus und mangelnden Glauben an Gott kämpfen. Im Äußeren sollte man gute Werke tun zum Wohl des Nächsten. Der Kampf gegen die Sünde „im inneren Menschen“ konnte nicht aus eigener Kraft gewonnen werden, nur mit Hilfe der Gnade und Sündenvergebung Gottes. Und dieser Kampf endete erst mit dem Tode. Wenn es um die äußeren Handlungen ging, konnte man jedoch seinem Nächsten helfen und damit Gott ehren.

Die Beziehungen, in denen man stand, bestimmten, wie man sein Leben zu leben hatte. Man konnte Hausvater oder Hausmutter sein, Knecht oder Magd; man konnte Bauer sein, Schuster, Pfarrer oder Fürst. Alle hatten einen Beruf dort, wo sie waren. Man konnte die Aufgaben des Berufs einigermaßen lösen – aber das würde nie perfekt sein. Der Bedarf des Nächsten sollte stets der Dreh- und Angelpunkt für das christliche Leben sein. Deshalb kritisierten Luther und Melanchthon Gier, hohe Zinsen und extravaganten Lebensstil.

Luther war der Auffassung, dass die zehn Gebote eigentlich Anleitung genug seien, um das rechte Leben zu leben. Die ersten drei handelten von der Liebe zu Gott. Die letzten sieben von der Liebe zum Nächsten. Bei Luther erhielten die zehn Gebote eine neue Gestalt und eine neue Erklärung. Die Verbote in den zehn Geboten wurden als positive Anweisungen ausgelegt. Das Verbot zu stehlen wurde z.B. aus eine Anweisung ausgelegt, das Eigentum des Nächsten zu beschützen.

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