Die Reformation und die dänische Gesellschaft: Leben und Tod

Sowohl vor als auch nach der Reformation lebten die Menschen mit einem klaren Wissen darüber, dass sie sterben mussten. Sie machten sich andere Gedanken über den Tod als wir heute. Der Tod stand nicht da als ein definitiver Abschluss des Lebens, und deshalb ging es nicht darum, dass man „hier und jetzt“ leben muss, wie viele heute sagen. Das Leben ging nach dem Tode weiter, und am endgültigen Tag des Gerichts wird man zur Rechenschaft gezogen für sein Leben vor dem Tod. Symbole, die die Menschen an ihre Sterblichkeit erinnern sollten („memento mori“), z.B. Knochen und Stundenuhren, waren in Kirchen und an anderen Orten üblich.

Es war normal, dass Menschen in einem frühen Alter starben, und viele Kinder starben ganz jung, und deshalb erlebten viele den Tod ganz nahe.  In der Kirche war der Tod auch nahe durch Grabsteine und Epitaphien über tote Menschen aus der Gemeinde. In der katholischen Zeit gab es das Fegefeuer als ein Reinigungsfeuer für alle Sünden, die man begangen hatte, und die Nachkommen konnten an Seelenmessen teilnehmen, um die Zeit im Fegefeuer zu verkürzen. Für den lutherischen Menschen galt es vor allem, am Glauben festzuhalten und zu Gott zu beten. Aber die Vorstellung war weiterhin verbreitet, dass Gott nicht nur in diesem Leben strafen konnte, sondern den sündigen Taten auch am Tage des Gerichts Bedeutung zumessen würde. Die Angst vor dem Tod und dem jüngsten Gericht war deshalb groß. Vor dem Tode konnte man mit der Hilfe des Pfarrers seine Sünden bereuen und Vergebung der Sünden empfangenilfe eines Pfarrers seine Sünden bereuen und die Vergebung der Sünden erlangen, danach aber danach musste man auf Gott und seinbe Vergebung vertrauen.

Es war wichtig, einen Feldprediger mit im Krieg zu haben. Er konnte den sterbenden Soldaten die Vergebung der Sünden geben, wenn sie verwundet auf dem Schlachtfeld lagen. Selbstmord war eine unvergebbare Sünde. Es gibt deshalb Beispiele dafür, dass Menschen ernst Kriminalität begangen, wie z.B. Kindesmord, um zum Tode verurteilt zu werden und die Vergebung der Sünden zu erlangen, ehe das Todesurteil vollstreckt wurde.

Das Leben auf Erden begann mit einer Geburt, und in der lutherischen Welt was es entscheidend, dass das neugeborene Kind sogleich durch eine Taufe in die sichere Gemeinschaft der Kirche kam. Bei der Taufe entsagte man dem Teufel und übergab das Kind Gott. Die Vorstellung war, dass das ungetaufte Kind dem Teufel gehörte. Gab es ein Risiko dafür, dass ein neugeborenes Kind sterben würde, durften andere als der Pfarrer die Nottaufe ausführen, wenn es notwendig war.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist die Angst vor dem Teufel und dem jüngsten Gericht fast völlig verschwunden. Man kann außerdem von einer markanten Verwissenschaftlichung des Anfangs und des Endes des Lebens reden. Sie hat neue Möglichkeiten für menschliches Eingreifen geschaffen: Von immer mehr Methoden, die Empfängnis neuen Lebens zu kontrollieren, bis zu lebensverlängernden Behandlungen und aktiver Sterbehilfe. Gleichzeitig finden es weiterhin viele angebracht, das Leben mit der Taufe beginnen und mit einer Beerdigung in einer Kirche enden zulassen, auch wenn sie ansonsten nicht in der Kirche aktiv sind. In den letzten Jahren hat die Debatte darüber, wann das Leben beginnt, Pfarrer dazu veranlasst, u.a. Rituale für die Beerdigung totgeborener Kinder zu erwägen.

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