DIE REFORMATION

2017 wird der 500. Jahrestag von Martin Luthers Anschlag der 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche in der deutschen Stadt Wittenberg begangen. Die Thesen waren ein offener Protest gegen den Missbrauch in der Kirche. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Und was dann geschah, nennen wir heute „die Reformation“.

Religion und Kirche, Gesellschaft und Kultur

In der Reformation ging es um einen anderen Glauben und eine neue Auffassung von Kirche und Gesellschaft. Aber weil die Religion die gesamte Vorstellungswelt des 16. Jahrhunderts bestimmte, spielten die Veränderungen im Glauben und in der Kirche zusammen mit anderen Dingen und erhielten weitreichende Folgen: Für Staatsbildung und Politik, für soziale Verhältnisse und gesellschaftliches Bewusstsein, für die Auffassung des Individuums, für Erziehung und Bildung, für das Verhältnis zwischen Männern und Frauen und für den Gebrauch von Bildern und Musik. Die Reformation hat deshalb viele Spuren bis auf unsere Zeit hinterlassen.

Eine lange Reformation

Die Reformation war nicht ein Programm, das von einem Tag auf den anderen durchgeführt wurde. Weder in Deutschland 1517 noch in Dänemark 1536, als Christian III offiziell das lutherische Christentum in Dänemark einführte. Die Reformation war ein langer Prozess, wo Deutungen, Traditionen und Institutionen langsam Form annahmen. Die reformatorischen Botschaften wurden laufend ausgelegt, und sie veränderten sich im Laufe der Zeit, in der Orthodoxie des 17. Jahrhunderts, im Pietismus und Rationalismus des 18. Jahrhunderts und den Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts sowie der zunehmenden Säkularisierung des 20. Jahrhunderts.

Mehrere Reformationen

Schon im 16. Jahrhundert waren die reformatorischen Botschaften umstritten. Die römisch-katholische Kirche, vom Papst in Rom geleitet, zerbrach in mehrere Teile, und eine neue religiöse und politische Europa- und Weltkarte entstand, in der unterschiedliche kirchliche Richtungen ihren Platz hatten. Es kam zu anderen, auch radikaleren, protestantischen Reformationen (u.a. inspiriert von Zwingli und Calvin), und es gab auch eine katholische Reformation. In Skandinavien und im nördlichen Deutschland dominierte die lutherische Reformation. Unterschiedliche Strömungen machten sich jedoch geltend, und stets wurde um die „rechte“ Auslegung von Luthers Worten gestritten.

Lies mehr über die Themen im linken Menu, wo die Botschaften und Bedeutungen der Reformation aus theologischer, historischer und kunstgeschichtlicher Perspektive interpretiert werden.

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